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Abriss unserer Geschichte bis 2014

Geschichte der Schützengilde Templin

1810

Durch die von König Friedrich Wilhelm III. erlassene Städte-Ordnung vom 19. November 1808 wurden die Städte zur Gründung von Schützengilden angeregt, da diese "zu den nothwendigsten An­stalten in der Bürgerschaft" gehörten.

Auf Anordnung des damaligen Bürgermeisters Tischmeyer und des Stadtverordneten-Vorstehers, Postmeister Bardke, bildete  sich  daraufhin hier im Jahre 1810 eine Schützengesellschaft, auch Schützenkompanie und späterhin Schützengilde genannt. Als Gründungstag gilt nach dem Ausweis der Akten der 19. Juni 1810.

Bereits vor dem eigentlichen Gründungstage wurde am 11.6.1810, dem zweiten Pfingstfeiertage, das erste Scheiben- und Gewinnschießen von den "Herren  Subscribenten zur Schützen-Gülde" abgehalten. Außer den zukünftigen Mitgliedern der Gilde waren Magistrat und Stadtverordnete sowie die gesamte Einwohnerschaft zur Teilnahme an dieser Festlichkeit aufgefordert und eingeladen. Die Teil­nehmergebühr betrug 12 Groschen Münze je Person.

Schützenkönig wurde mit dem besten Schuss Postmeister Bardke. Hatte er die Schützengilde und anderen Teilnehmer als Kommandeur nach dem Schützenplatz herausgeführt, so wurde er nun als Schützenkönig vor der Kompanie zwischen zwei Magistratsmitgliedern zur Stadt nach Beendigung des Festes heimgeleitet.

Kaufmann Stegemann, Stellvertreter des Praesis, wurde aufgrund seines Schusses „Capitain“. Er führte in seiner neuen Eigenschaft die Schützenkompanie zurück. Der Sekretär beim Stadtverordneten-Kollegium, Garnwebermeister Triebs, hatte sein bisheriges Amt als Fahnenjunker dem Bäcker­meister George Gunow abtreten müssen.

Nach dem Einmarsch am Abend fand noch beim Gastwirt Herlinger fröhliches Beisammensein und Tanz statt.

1811 bis 1829

Außer in den Jahren 1813 bis 1815, in denen auf Grund der Befreiungskriege die Schützenfeste ausfielen, wurde in jedem Jahr ein neuer Schützenkönig gekürt. Auch die Anzahl der Gildemitglieder wuchs zum Beispiel im Jahre 1826 auf 70 an. Die Gilde erwarb noch in diesem Jahr ihr erstes eigenes Grundstück im Buchholz (= Buchheide, das aber nie genutzt wurde).

Im Oktober 1829 nahm der Vorstand Postmeister Bardke Tuchfühlung mit der städtischen Körperschaft zur Errichtung einer „besseren Schießhütte“ auf.

1830

Am 3. April 1830 wurde der Schützengilde der Bauplatz für das zu errichtende Schützenhaus durch eine Deputation, bestehend aus Ratmann Becker, Ratmann Witte, Stadtverordneten Bartel, Stadtverordneten Hoffmann, Haack und Schramm angewiesen. Es wurde hierzu ein Platz von 300 Fuß oder circa 150 Schritt in der Länge, 70 Fuß in der Tiefe, links vom Eingange des Bürgergartens auf der Höhe der Stadtseite zu ge­legen bestimmt.

Mit dem Bau wurde sogleich begonnen. Das erforderliche Bauholz, 32 Stück kiefernes Mittel-Bauholz und 64 Stück kiefernes kleines Bauholz, bewilligte die Stadt gegen Erlegung des Anweisegeldes und zwar zur Hälfte aus der Gandenitzer Streuse zur anderen Hälfte aus dem Bürger-Buchholz. Desgleichen gab die Stadt der Gilde zum Bau dieses Hauses ein bares Kapital von 900 Rtlr. gegen 4 1/2 % Zinsen und vierteljährlicher Kündigung aus der Kämmerei. Die Gilde ihrerseits gab das Schützenhaus und die Wiese als Sicherheit, ferner bürgten der Vorstand und die Kommission der Gilde für diese Summe.

Am 27. April 1830 wurde der Grundstein des Schützenhauses unter Leitung des Maurermeisters Heinrich Christel gelegt. Der gesamte Magistrat unter Führung des Bürgermeisters Heimburger nahm an dieser Feierlichkeit teil. Der Postmeister Bardke als Vorstand der Gilde und Bürgermeister Heimburger vollzogen die Weihe des Steines. Da das zugewiesene Bauholz noch nicht genügte, um die erforder­lichen Latten daraus herstellen zu können, schenkte die Stadt der Gilde noch weitere 5 Stück Mittel-Bauholz.

Am 10. Juli 1830 wurde das neu gebaute Schützenhaus gerichtet.

Das Schützenhaus und die Schießmauer wurden im laufe des Sommers halbwegs fertig gestellt. Nun ging die Gilde daran, weitere Ver­schönerungen des Geländes vorzunehmen. Sie erhielt im Dezember 1830 die Erlaubnis, zur Schaffung und Herrichtung eines offenen Platzes, des "Schützenplatzes".

1831

Am 1. April 1831 wurde das Schützenhaus feierlich eröffnet und den Einwohnern Templins zur Benutzung empfohlen und freigegeben. Die Herstellungskosten des neuen Hauses stellten sich auf ins­gesamt 2.490 Taler.

Inzwischen war von der Schützengilde ein "Statut" abgefasst worden, das vom Magistrat genehmigt wurde. Dieses Statut soll jährlich bei dem Königsschießen der Gesell­schaft vorgelesen und jedem ergehenden neuen Mitglied vor der Inscription zur Kenntnisnahme vorgelegt werden.

Am 30. Mai 1831 fand zum ersten Male das Königsschießen auf dem neu erworbenen Gelände statt. Desgleichen wurde der erste Schüt­zenball im neuen eigenen Hause abgehalten. Der gesamte Magistrat war zu diesem Fest geladen. Der Schützenkönig gab dem Magistrat zu Ehren morgens um 7 Uhr ein Frühstück.

1837

Am 4. Februar 1837 wurde das Schützenhaus an Daniel Jordan für 2110 Reichstaler verkauft.  In dem angeschlossenen Vertrag wurde festgeschrieben, dass der Gilde am Tage des Königsschießens das Schützenhaus nebst Schießplatz, Kegelbahn und Schießhaus unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. Dagegen übernimmt die Schützengilde hierdurch ausdrücklich die Verpflichtung, das Abhalten des Königs- und Scheibenschießens von dem verkauften Grundstück nicht zu verlegen.

1845

Im Jahre 1845 wurde eine einheitliche Uniformierung der Schützen durchgeführt. Die Gilde wandte große Mittel dazu auf, die jedoch nicht ausreichten. Die Stadtverwaltung übernahm daher, da die Schützengilde "zu einer notwendigen Anstalt der Stadt" gehörte, die Kosten für die Uniformierung der beiden Tamboure Rosenhahn und Dräger in Höhe von insgesamt 20 Reichstaler 14 Silbergroschen. Des­gleichen lieh die Stadt der Gilde, wie bereits in den Vorjahren, so auch fernerhin die beiden städtischen Trommeln zum Gebrauch während der Schützenfesttage.

1860

Am 26. und 27. Juni 1860 beging die Gilde das Fest ihres 50jährigen Bestehens. Die städtischen Körperschaften waren zu dieser Feier geladen und beteiligten sich am Ausmarsch vom Rathause ab gleichfalls.

Es wurden an auswärtigen Gilden die von Berlin, Zehdenick, Prenzlau, Angermünde und Lychen einge­laden. Ein zweiter provisorischer Schießstand mit den erforderlichen Vorsichtsmaßnahmen wurde angelegt. Auf dem freien Platz nordöstlich vom Schützenhause wurde ein großes Zelt errichtet, in dem die Mittagstafel stattfand.

Der Buchhändler Friedrich Wassermann (1. Herausgeber des Templiner Kreisblattes) wurde Jubelkönig zum 50-jährigen Bestehen.

Auf diesem Fest entstand der Zuruf:

„So seid stets einig, denn so seid Ihr stark,

Ihr braven Söhne aus der Uckermark

1870/71

In den kommenden Jahren nach dem Kriege gegen Frankreich 1870/71, die ein Aufblühen anderer Vereine in der Stadt mit sich brach­ten, lag das Vereinsleben der Gilde fast danieder. Verschiedentlich musste wegen allzu geringer Beteiligung bei den Festen von einem Ausmarsch der Gilde abgesehen werden. Der durch die Statuten festgelegte Zwang zur Uniformierung der Schützen wirkte sich hemmend und hindernd auf das Vereinsleben aus. Nun sollte es fortan jedem freigestellt sein, ob er in der bisher angeordneten Uniform oder in einem schwarzen Image (Frack, hohen Hut mit grüner Kokarde, weißen Handschuhen und grüner Schleife auf der linken Brustseite) erscheinen wolle. Jedoch blieb Bedingung, dass jeder Schütze mit der Büchse ein- und aus­marschierte. Trotz aller dieser Erleichterungen ging die Zahl der Mitglieder immer weiter zurück.

1879

Da die Mitgliederzahl im Laufe der letzten Jahre doch wieder durch Bemühungen stetig gewachsen war, wurde das Bedürfnis zu einer Uniformierung wieder unter den Mitgliedern wach. So wurde denn im Jahre 1879 von neuem die Uniformierung eingeführt. Sie bestand in einem grauen Interims­rock mit grünem Kragen und grauen Aufschlägen mit breiter grüner Paspel. Am Kragen war eine kleine Eichengirlande aus Metall an­gebracht. Der dazugehörige Hirschfänger wurde durch den Rock gesteckt. Als Kopfbedeckung dienten gleichmäßige Hüte mit Gems­bart, Auerhahnfeder und Kokarde.

1881

Beim Vogelschießen am 13.8.1881, das bei strömendem Regen statt­fand und an dem auch eine Deputation der Groß-Döllner Schützen­gilde teilnahm, ereignete sich ein kleiner Unglücksfall. Der Kommandeur der hiesigen Gilde, Kaufmann Ernst Raedel, hatte das Abfeuern der Salut-Kanonen selbst übernommen. Kaum hatte Raedel den Zünder an eine Kanone angesetzt, als das Geschütz unter mächtigem Knall auseinander sprang. Unzählige Eisen- und Holzsplitter flogen nach allen Seiten durch die Luft. So wurde ein Eisenstück der Kanone von 5-6 Pfund Gewicht wohl an tausend Schritt weit nach dem Promenadenweg fortgeschleudert. Raedel selbst wurde von einem Lafettenstück gegen die Brust getroffen und trug glücklicherweise nur eine starke  Prellung  davon.  Der   Bügel   seiner im Uniformrock befindlichen Zigarrentasche hatte den Anprall gemildert. Dem starken Regen war es zuzuschreiben, dass dieses Mal weder Kinder noch Erwachsene dem Abfeuern der Kanonen beiwohnten und dadurch der Gefahr entgingen. Wodurch das Zerspringen der Kanone herbeigeführt war, ließ sich nicht mehr feststellen. Ihrer Freude über die Wiedergenesung und Wiederherstellung ihres Kommandeurs nach kurzem Kranksein in­folge der erlittenen Prellung gab die Gilde durch eine kleine Feier in den letzten Tagen des August sichtbaren Ausdruck.

1897

Am 1. August 1897 fand hier das Bundesschießen des Havelländi­schen Schützenbundes statt. Die Kassen- und Geldverhältnisse der Gilde hatten sich derart gebessert, dass die Übernahme dieses Bundesschießens möglich war.

1903

Pankgrafenzug gegen Templin

Am 13. und 14. Juni 1903 nahm die Gilde  am Pankgrafenfest geschlossen teil. Sie hatte die Aufgabe, an "der Verteidi­gung der Stadt durch Stich- und Schusswaffen" mitzuwirken.

1910

Vom 28.-31. Mai 1910 fand die 100-Jahrfeier der Templiner Schüt­zengilde, die 78 Mitglieder zählte, statt. Diese Feier, ver­bunden mit der Weihe der neuen Fahne, die von der Mündener Fahnenfabrik für 369,40 Mark beschafft war, hielt schon seit Wochen vorher alle Gemüter in gespannter Erwartung. Die gesamte Bürgerschaft wetteiferte, den Straßen durch reichen Fahnen- und Girlandenschmuck ein würdiges Aussehen zu verleihen. An den Stadttoren waren prächtige Ehrenpforten errichtet worden, von denen die am Prenzlauer Tor als besonders schön anerkannt werden musste; zwei Obelisken, mit Wappenschildern behängt, grenzten die Bürgersteige ab, während acht mit blauem Bande umwundene Fahnenmasten das Laubgewinde trugen, das die Einfahrt krönte. In schöner sinniger Weise mit Stadtwappen, Schilden, Fahnen und Girlanden waren auch die anderen Tore geschmückt. Auf dem Marktplatze hatte das städtische Elektrizitätswerk die Promenade unter den Linden mit 21 Bogen, an welchen 220 weiße, rote, grüne und blaue elektrische Lampen angebracht waren, überspannt, die am Sonnabend und Sonntag Abend mit ihrer Beleuchtung dem herrlichen Platze ein feenhaftes Aus­sehen verliehen.

1. Weltkrieg

Der Krieg mit seinen Rückwirkungen ging an der Gilde und dem Vereinsleben nicht spurlos vorüber. Das Vereinsleben ruhte ganz. In den Jahren 1915-1918 fand kein Königsschießen statt. Zu den Fahnen einberufen wurden die Schützen Kapellmeister Beng, Hans Beseler, Malermeister Ernst Bremer, Hotelbesitzer Ernst Draeger, Kaufmann Hermann Ecker, Tischlermeister Johannes Hauck, Zimmermeister Emil Köppen, Kaufmann Benno Lehmberg, Tierarzt Laasch, Kaufmann Otto Rosien, Förster Georg Schultz, späterhin Eduard Brüsch, Max Hahn, W. Hahn, Albert Krull, Hannemann, Max Simon, Emil Trieloff, Alfred Funk, Bergemann, Georg Peickert, Otto Stegemann, Max Söhnert und E. Bormeister.

Die Gilde übersandte des öfteren kleine Pakete und Feldpostpäckchen als Gruß aus der Heimat, wozu die Geldmittel der Kasse entnommen wurden. Von den in den Krieg gezogenen Kameraden starben Hotelbesitzer Hahn und Gastwirt Emil Trieloff.

Erst im Jahre 1918, nach Beendigung des Krieges und der Heimkehr der einberufen gewesenen Kameraden, lebte das Vereinsleben wieder etwas auf.

Die Gilde in der Weimarer Republik

Im Jahre 1919 machte sich die eintretende Geldentwertung zum Schaden des Vereinslebens bemerkbar.

Wegen der schlechten wirtschaftlichen und politischen Verhält­nisse fiel im Jahre 1923 das beliebte Wintervergnügen aus. Durch freiwillige Spenden wurden dafür 20.000 Mark für die Rheinland­hilfe aufgebracht und abgeführt.

Der Beitrag wurde, der täglich weiter vorschreitenden Geldent­wertung wegen, auf den Wert von monatlich zwei Freibriefmarken für einen gewöhnlichen Fernbrief und das Eintrittsgeld auf die Hälfte des Jahresbeitrages festgelegt.

Nach Einführung der Rentenmark und Reichsmark wurden das Eintrittsgeld auf 10 RM und der Beitrag auf vierteljährlich 2 RM neu festgesetzt.

Am 11. Juni 1923 nahm die Gilde am Umzug anlässlich der Stadioneinweihung teil (siehe Bild unten).

Im März 1924 veranstaltete die Gilde ein öffentliches Preis­schießen zum Besten des Denkmalfonds der Kriegerehrung am Prenz­lauer Tor, das 825 RM ergab. Im gleichen Jahre trat die Gilde dem Barnimer Schützenbund, der dem deutschen Schützenbunde angeschlossen war, bei.

Im Jahre 1925 zählte die Gilde 105 Mitglieder, im darauf folgenden Jahre 123.

Das Schützenfest wurde vom 1.-3. Juni wieder in größerem Umfange gefeiert. Vom Kameraden C. Hauck wurde bei diesem Fest auf die Königsscheibe für den Reichspräsidenten ein Schuss abgegeben, wofür der Gilde aus der Reichskanzlei ein Dankschreiben zuging. Die neu beschaffte Böller-Kanone trat an diesem Schützenfest zum ersten Male in Tätigkeit. Der Schützenkönig B. Hilgert, erster Ritter W. Vitense und zweiter Ritter Erich Pomian stifteten der Gilde einen silbernen Pokal mit Widmung.

Im Jahre 1926 stiftete der Schützenkamerad Otto Meineke für den jeweiligen Schützenkönig und Kamerad H. Hielscher für den Vogelkönig diverses Uniformzubehör, wie Zweispitz mit Federbusch, Schärpe und Feldbinde. In diesem Jahr wurde der Bezirksschornsteinfegermeister Otto Meineke selbst Schützenkönig, wie auf dem nächsten Bild zu sehen ist.

Da nach den neu ergangenen Vorschriften der Schießstand der Gilde nicht mehr zeitgemäß war, drang die Polizeiverwaltung im Jahre 1928 auf eine Neugestaltung desselben. Die Schützengilde, die bereits seit 1924 wieder mit der Stadt zwecks Überlassung eines anderweitigen Geländes für einen neuen Schießstand in Verhand­lungen getreten war, erhielt nun die Erlaubnis, den bisherigen Stand noch einmal ausbessern und verbessern zu dürfen.

Zur Pflege des Schießsports wurde 1932 das Kleinkaliberschießen eingeführt und die Schießstände den Vereinen und Gruppen gegen geringes Entgelt zur Verfügung gestellt.

An der Feier des 100-jährigen Bestehens der Gesangvereine "Sängerbund" und "Eintracht" am 28.8.1932 nahm die Gilde teil und stellte die Böller-Kanone mit Bespannung, die drei Fahnen und eine Armbrust-Schützen-Gruppe zu dem Festzuge.

Die Gilde im 3. Reich

Am 30.1.1933 fand eine Mitgliederversammlung statt, auf der bekannt gegeben wurde, dass Hitler neuer Reichskanzler sei und somit die NSDAP die Macht im Staat hatte. Was zu dieser Zeit kaum einer erahnte, war, dass die Vereine und Schießsport-Verbände zum Aufbau der Wehrfähigkeit der Bevölkerung benutzt werden sollten. In den folgenden Jahren gehörten Hitlerjugend und SA zu den ständigen Nutzern der Schießstände.

Im Jahre 1933 trat eine neue Schießstandsordnung in Kraft. Im gleichen Jahr wurde auch die Erneuerung der Schießstände geplant, was aber durch einen schlechten finanziellen Rückhalt der Gilde nicht zur Bauausführung kam.

Im Rahmen der gesamten politischen Umstellung erfolgte 1934 die Neuorganisation des Schützenwesens. Die Gilde Templin wurde dem Gau Brandenburg zugeteilt und gehörte fortan dem Bezirksverband Brandenburg-Ost an. Zu diesem Verband gehörten die Kreise Prenzlau, Templin, Angermünde, Nieder- und Oberbarnim. Sie gehörten damit dem Reichsbund für Leibesübungen an und waren dem Reichssportführer unterstellt.

Am 4. und 5. August 1935 beging die Schützengilde am Tage des Vogelschussfestes gleichzeitig die Feier ihres 125-jährigen Be­stehens. Mehrere auswärtige Gilden, darunter diejenigen von Prenzlau, Gransee, Liebenwalde und Zehdenick, waren mit ihren Fahnen als Gäste anwesend. Reicher Flaggen- und Girlanden­schmuck der Häuser und Straßen bewies die Anteilnahme der Ein­wohnerschaft an der Jubelfeier.

Mit Ablauf des Jahres 1936 wurde der Deutsche Schützenbund aufgelöst. An seine Stelle trat der neu gegründete Deutsche Schützenverband im Deutschen Reichsbund für  Leibesübungen,  dem  die  hiesige  Gilde nunmehr  gleichfalls angehörte. Am 6. und 7. September 1936 fand hier das 2.Kreisschießen sämtlicher Schützengilden des Kreises Templin statt.

Im Jahre 1938 hielt die Schützengilde ihr Königsschießen auf den Schießständen der benachbarten Gilde in Liebenwalde ab. Die befreundete Gilde hatte anlässlich ihres 80-jährigen Bestehens eingeladen und ihre Stände am Vormittag der Templiner Gilde zur Abhaltung ihres Königsschießens zur Verfügung gestellt, da die hiesige Gilde auf ihren eigenen Ständen infolge Polizeiverbots Schießen jeglicher Art bis zur Herstellung neuer, vorschriftsmäßiger Stände nicht mehr abhalten durfte.

Am 16. August 1938 genehmigten die Gemeinderäte der Kreisstadt Templin und der Bürgermeister auf einer öffentlichen Versammlung den Umbau der Schießstände.

Am 21. und 22. Mai wurden die neu errichteten Stände durch die Schützengilde und Vertretern der Stadt eingeweiht und gleichzeitig das Königsschießen durchgeführt. Zu diesem Anlass kamen neben der Bürgerschaft von Templin zahlreiche Gastvereine aus Zehdenick, Lychen, Gransee, Liebenwalde und Joachimsthal.

Neuer Schützenkönig wurde 1939 übrigens Friseurmeister Erich Malingriaux, der auch noch nach dem Krieg in Templin bekannt war und dessen Nachkommen heute noch Frisörgeschäfte in Templin betreiben.

Die Gilde führte bis zum Jahre 1943 Königsschießen und auch die Vogelschussfeste durch. Die Stände wurden, wie schon gesagt, von den einzelnen Gruppierungen benutzt und auch das jährliche Winterhilfswerk – Schießen wurde dort durchgeführt.

Im Jahre 1944 wurde nachweislich nur eine Vereinsmeisterschaft durch die älteren Kameraden durchgeführt, weil die jüngere Generation zur Front eingezogen war. Wahrscheinlich durch den amerikanischen Bombenangriff am 6. März kam dann das Vereinsleben komplett zum Erliegen und es ist kein Königsschießen mehr nachweisbar.

Man kann aber nicht davon ausgehen, dass sich die Gilde offiziell aufgelöst hat. Diese Auflösung ist per Gesetz durch die Alliierten erfolgt. Im November 1945 wurden durch das Kontrollratsgesetz Nr. 8 sämtliche Traditionsvereine und Schützenvereine verboten.

Unter den Umständen, die in der Sowjetischen Besatzungszone und späteren DDR vorhanden waren, existierten Schützengilden und –vereine in der alten Form nicht und somit sind keine Aktivitäten unserer Schützengilde bis zur Wiedergründung im Jahre 1994 zu erkennen gewesen. Die alten Pokale, Vereinsfahnen, Uniformen und sonstiges sind leider auch nach mehrmaligen Nachforschungen nicht mehr oder nur in sehr geringem Aufkommen gefunden worden. Wahrscheinlich sind viele Dinge aus Angst vor den Besatzungstruppen schon in den ersten Nachkriegsjahren vernichtet worden, vielleicht ist einiges vergessen worden, durch Kriegseinwirkungen weggekommen oder es liegt unerkannt auf Dachböden und in Kellern umher.

Das Schützenhaus in seiner zweiten Form überdauerte die Kriegswirren und wurde trotz eines Brandes, der 1948 oder 1949 (2 Quellen) zum Verlust des Saales führte, weiterhin genutzt als Flüchtlingsunterkunft, Warenlager und Kindergarten. Nachdem, wie auf dem unteren Foto zu sehen ist, die Hyparschale gebaut war, wurde es abgerissen und an deren Stelle entstand ab 1971/1972 das FDGB-Heim „Salvador Allende“.

Wiedergründung der Schützengilde Templin am 19.6.1994

Am 19. Juni 1994 wurde von 15 Bürgern der Stadt die Wiedergründung der Schützengilde Templin als eingetragener Verein vollzogen.

Am 24.6.1995 fand dann das erste Königsschießen nach dem 2. Weltkrieg statt. Hier wurde Heider Malingriaux (2.v.l.), der Sohn des schon erwähnten Schützenkönigs von 1939, Erich Malingriaux, neuer Schützenkönig. 1. Vorsitzender der Gilde war Wolf Lobedan aus Vietmannsdorf.

Am 1.10.1995 wurde die neue Fahne der Schützengilde Templin öffentlich auf dem Marktplatz durch den Landrat Dr. Joachim Benthin und den Präsidenten des Brandenburgischen Schützenbundes geweiht. Hierzu konnten die Schützenvereine aus Angermünde, Schwedt, Zehdenick, Gransee, Boitzenburg, Neustrelitz, Lychen und Neubrandenburg begrüßt werden.

Am 24.2.1996 trat der bisherige Vorsitzende Wolf Lobedan zurück, ihm folgte Richard Springborn. In den Jahren 1996 und 1998 konnten in Templin die Landesschützentage des Brandenburgischen Schützenbundes durchgeführt werden. Auch wurde das erste Mal in der Geschichte der Gilde im Jahre 1996 die Schützenkönigin und 1997 der Pistolenkönig gekürt.

Am 24.5.1998 ehrte die Gilde die Freiheitskämpferin Friedrike Krüger zu ihrem 150. Todestag mit einer Abordnung auf dem Sankt Georgen Kirchhof.

Am 24.6.1999 wurde der Kaufvertrag für den Erwerb eines Grundstückes auf dem ehemaligen Holzausformplatz des StFB Templin in Reinfeld mit der BVVG unterschrieben. Hierzu erhielt die Gilde besondere Unterstützung vom Bauamtsleiter Herrn Günter Zeh und vom Templiner Bürgermeister Herrn Ulrich Schoeneich.

Am 24. Juni 2000 erfolgt auf dem Schützenfest der Gilde die feierliche Einweihung des neuen Schützenhauses. Nach mehr als 3200 Stunden freiwilliger Arbeit der zurzeit 53 Mitglieder wurde pünktlich zum Schützenfest das „Neue Vereinshaus“ eingeweiht.

Ab 2001 konnte man den Luftgewehrschießstand, ab 2002 den Kurzwaffenstand 25m und ab 2003 den 100m Großkaliber-Gewehrstand nutzen.

Zum 80. Geburtstag des Templiner Stadions und zum 120. Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Templin nahm unsere Gilde im Jahre 2003 teil.

Im Jahre 2004 trat der bisherige Vorsitzende Richard Springborn zurück und Helmut Böge übernahm kommissarisch die Amtsgeschäfte bis zu seiner offiziellen Wahl im April 2004. Im gleichen Jahr wurde dann noch der 50m-Stand eingeweiht und die Gilde feierte ihr 10-jähriges Wiederbestehen, unter anderem mit einem Ummarsch durch die Stadt.

Die Stände unserer Gilde entwickelten sich im Laufe der nächsten Jahre zum Magneten für Jäger und Schützen befreundeter Vereine aber auch anderer Verbände, die sogar Landesmeisterschaften bei uns durchführten.

Auch eine starke Salutschützenabteilung war und ist Bestandteil der Gilde, die auf vielen öffentlichen Veranstaltungen, wie zum Beispiel dem Stadtmauerlauf, auftritt. Im Jahre 2006 eröffneten sie zum Beispiel auch die Westernstadt „Eldorado“.

Öffentlichkeitsarbeit wurde weiterhin entwickelt, hier unter anderem durch Fernsehauftritte, jährlich Tage der offenen Tür und eine eigene Internetseite (www.schuetzengilde-templin.de).

Seit dem Jahre 2009 wurde durch das gildeeigene Festkomitee die Durchführung der 200-Jahr-Feier 2010 gemeinsam mit der Templiner Werbegemeinschaft und der Stadt Templin geplant.

Am 12.6.2010 wurde das Jubiläumskönigsschießen durchgeführt. Hier wurden Fred Peters Schützenkönig, Ulla Kalisch Schützenkönigin und Manfred Wilksch Pistolenkönig.

200 Jahre Schützengilde Templin

Unsere Schützengilde feierte am 19. Juni ihren 200. Geburtstag auf dem Marktplatz der Stadt Templin. Gleichzeitig fand dort das 21. Templiner Stadtfest statt, auf der wir als Gilde am Sonnabend den Höhepunkt boten.

Die Schützenkönigin und der Schützenkönig wurden mit einer Kutsche zum Marktplatz gefahren. Kurz nachdem Zusammentreffen aller Kameradinnen und Kameraden eröffneten die Salutschützen unter Ihrem neuen Kommandeur Bernd Banek pünktlich um 10.00 Uhr mit 3-fachem Salut das Stadtfest und das Jubiläumsfest der Gilde. 

Dann sprach unser Vorsitzender Helmut Böge  Eröffnungsworte. Er begrüßte die angetretenen Mitglieder der Schützengilde Templin, die Gäste der Stadt Templin, die Abordnungen der Gast-Vereine und den 2. Vizepräsidenten des Brandenburgischen Schützenbundes.

Anschließend würdigte der 2. Vizepräsident des BSB, Wolfgang Regel, das aktive gesellschaftliche Vereinsleben und das kulturelle und soziale Engagement.    Er   überreichte    zur   Erinnerung   eine   Plakette   und    eine Ehrenurkunde. Die Schützenkönigin Ulla Kalisch und der Schützenkönig Fred Peters wurden der Öffentlichkeit vorgestellt.

Für Ihren Einsatz im Verein und in der Gesellschaft wurden dann öffentlich mit einer Ehrenurkunde und der Verdienstnadel des Brandenburgischen Schützenbundes in Bronze Heiko Strempel und in Silber Hans-Jürgen Becker, Eberhardt Collier, Hans Wegener und Bringfried Fink geehrt.

Anschließend erfolgte ein Ummarsch mit allen Gästen durch unsere Stadt Templin.

Als Erinnerung an diesen besonderen Tag wurde den Gastvereinen ein Fahnenband an die Vereinsfahnen angehangen. Dann sprachen die Gastvereine Ihre Grußadressen aus. Anschließend gingen die Feierlichkeiten in das Stadtfest über. Wir hatten links vom Rathaus ein eigenes Zelt mit Versorgung aufgestellt. In diesem Zelt fand auch eine Ausstellung über die Geschichte unserer Gilde statt.

Im Jahre 2010 wurde auch die erste Schwarzpulver – Böllerkanone angeschafft und auf den Namen „Wilde Ronja“ getauft.

Am 18. März 2012 wurde unser Bogenschießplatz am Tag der offenen Tür eingeweiht. Die Bogensportgruppe ist heute eine eigene kleine Sektion innerhalb der Gilde und wird schon von „Kindesbeinen“ an genutzt.

Im März 2012 wurde auch eine neue Salutschützen – Ausstattung von den Salutschützen angeschafft und offiziell das erste Mal bei der Eröffnung des Templiner Frühlingsfestes am 28. April 2012 getragen.

Am 1. September 2012 nahmen wir an den Feierlichkeiten zum 150 – jährigen Bestehen des Brandenburgischen Schützenbundes in Bernau mit unserer Kanone teil.

Am 27.4.2013 nahmen wir am Umzug anlässlich des 58. Deutschen Schützentages in Potsdam teil.

 

Das ist nur ein kleiner Teil unserer Chronik und soll einen Überblick geben, wie sich unsere Gilde entwickelt hat. Es ist wichtig zu wissen, dass alle Unternehmungen Teile des Vereinslebens sind und ein Verein kann nur  existieren, wenn etwas unternommen wird. So hoffen wir für die Zukunft, diese Chronik weiter schreiben zu können.

Übrigens wurde 1928 schon einmal eine Chronik von Rektor Hanschke aus Templin fertig gestellt, die aber nicht mehr auffindbar ist. Erhalten geblieben ist erst Walter Blankenburgs Stadtchronik, in der ein eigenes Kapitel von 1810 bis 1938 über unsere Gilde festgehalten wurde. Nach der Wiedergründung wurde auch angenommen, dass sich die Gilde 1938 auflöste, was aber nicht der Wahrheit entsprach.

Von 1994 an führte man chronikartige Aufzeichnungen, die Horst Hübner bis zum Jahre 2010 aus eigenem Antrieb weiterführte. Ihm ist es zu verdanken, dass noch sehr viel Material erhalten geblieben ist. Im Jahre 2010 schrieb dann Heiko Strempel die Chroniken von Blankenburg, seine eigenen Recherchen aus den Templiner Kreisblättern von 1938 bis 1944, die Recherchen aus dem Landeshauptarchiv Potsdam und die chronikartigen Aufzeichnungen der wiedergegründeten Schützengilde und Horst Hübners zusammen in eine neue 400 Seiten starke „Chronik der Schützengilde Templin“.

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Schützenweg 4
17268 Templin

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Fr: 17.00 - 19.00 Uhr*
Sa: 09.00 - 12.00 Uhr**
So: 09.00 - 12.00 Uhr**

 

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** letzter Start 11.00 Uhr